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Hobbys und andere Dramen

Manchmal frage ich mich, ob ich mich für die richtigen Hobbys entschieden habe. Dann fällt mir wieder ein, dass es im Grunde ja keine wirkliche Entscheidung war.
Gerade nach der langen Pause und den Ereignissen der letzten Monate erscheint mir die Überlegung womit ich meine Zeit verbringe umso bedeutender.

So viele Optionen

Im Laufe meines Lebens hatte ich etliche Hobbys. Manche habe ich mir selbst ausgesucht, andere wurden für mich ausgesucht und wieder andere sind einfach so passiert.

 

Ich glaube das früheste Hobby an das ich mich erinnern kann war Ballett. Ich weiß gar nicht, ob es meine Großeltern oder meine Mutter waren, die mich dafür angemeldet hatten, aber ich war noch in der Grundschule. Ich hatte mittelmäßig viel Spaß daran, nur recht wenig Begabung.

 

Die tollen Rollen habe ich auch nicht bekommen, weil ich ein recht kräftiges Kind war und die Ballett-Lehrerin der Meinung, dass ich damit eher zum Frosch als zur Prinzessin tauge.

Ballett wurde dann vom Kunstradfahren abgelöst. Irgendwo dazwischen hatte ich noch mit Instrumenten angefangen. Ganz früh, etwa mit 7 kam das Hackbrett, später noch Akkordeon und Steirische Harmonika. Klavier hatte ich mal versucht, bin aber nie über die erste Hälfte von 'Für Elise' hinausgekommen und auch bei der Gitarre ist es wahrscheinlich am Mangel an Unterricht gescheitert. Judo, Pois, Reenactment, Garde, nicht unbedingt in der Reihenfolge aber gemacht habe ich alles davon.

 

Ich habe Musik gemacht und gehört, im Chor gesungen und als Teenager habe ich Fantasy und Sci-Fi-Romane geschrieben. Aber selten hat mich etwas wirklich so gepackt, dass ich überlegt hätte daraus mehr zu machen, als einen Zeitvertreib.

Meine persönlichen Lieblinge

Am längsten war ich im Schwimmverein. Bin sogar Wettkämpfe geschwommen. Aber auch hier war mir meine Statur im Weg. Ich hatte nie den Ehrgeiz die Nachteile, die ich durch meine mangelnde Größe und meine störenden Kurven hatte, durch Muskelaufbau wett zu machen.

 

Das Singen hat mich auch eine Weile begleitet. Noch heute denke ich, dass ich eigentlich gerne Unterricht nehmen würde. Ich bin einfach neugierig, ob ich es tatsächlich richtig lernen könnte. Aber dafür fehlen mir eindeutig Zeit und Geld.

Am meisten begeistert hat mich als Teenager das Schreiben. Es hat mich durch ziemlich harte Zeiten gebracht. Ich war später dann auch in Rollenspiel-Foren unterwegs, habe meine Figuren durch den Zauberwald gelenkt. Ich glaube hier war ich tatsächlich das eine oder andere Mal am Träumen, dass ich Schriftstellerin werden könnte. Aber dafür hat das Selbstbewusstsein gefehlt. Und als ich älter war und mir die alten Manuskripte durchgelesen habe, war ich froh, dass ich mir die Enttäuschung gespart habe. Die Welten und Geschichten waren nicht schlecht, aber mein Schreibstil war schlicht miserabel.

 

Einige der Geschichten habe ich später für Rollenspiel-Plots verwendet. Habe statt meiner Figuren, die Charaktere der Spieler in fantastische Welten mit Göttern und Raumschiffen geschickt.

Warum ich über andere Hobbys schreibe

Mein Großvater ist gestorben, der Mann bei dem ich aufgewachsen bin und der mich zumindest in meiner Jugend zu den meisten dieser Hobbys gebracht hat. Er hat mich in den meisten Interessen unterstützt. Ich glaube ein bisschen war er immer noch traurig, dass ich nicht auf ihn gehört habe. Er wollte immer, dass ich Musik studiere und damit mein Geld verdiene.

 

Aber beim Sortieren seiner Papiere sind mir all die Zeitungsartikel wieder in die Hände gefallen. Er hat vieles aufgehoben, auch Vereinsschriften.

 

Das hat mich nachdenklich gemacht. Ich habe wieder Lust zu schreiben. Aber mir fehlt die Zeit. Ich möchte nicht, dass der Blog zu kurz kommt und ein Tag hat leider nur 24 Stunden.

Wie geht es also weiter?

Als ich diesen Post anfing, war mein Opa noch am Leben. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass ich wieder mehr Zeit haben würde, wenn das Warten auf seinen Tod vorbei ist. Das klingt jetzt hart, aber einem geliebten Menschen an Krebs sterben zu sehen ist alles andere als leicht. Man wünscht sich, für beide Seiten, dass es vorbei geht, bevor es wirklich schlimm wird. Er hat einen schnellen Weg gewählt und dafür bin ich dankbar.

Trotz aller Vorbereitung hat mich sein Tod sehr aus dem Gleichgewicht gebracht. Ich habe seit dem keinen Post mehr verfasst und auch nicht nennenswert an Anleitungen weitergearbeitet. Nichts wollte so wirklich Spaß machen oder entspannen, und die Konzentration hat mir ohnehin gefehlt.

 

Ich bin über diesen Punkt noch nicht hinaus. Mehr Zeit habe ich auch nicht, da die Arbeit im Augenblick viel fordert. Trotzdem sehe ich wieder ein bisschen Licht am Horizont.

 

Ich werde wohl erst mal nicht wieder mit dem Romanschreiben anfangen. Ich werde mich wieder mehr auf meine Handarbeiten und ein paar andere Bastelarbeiten konzentrieren und ich werde auch wieder darüber schreiben.

Die neuen UFOs

Vor lauter Zerstreutheit und auf der verzweifelten Suche nach Beschäftigung habe ich tatsächlich ein paar Projekte angefangen, die eigentlich nicht so sehr meinen Gewohnheiten entsprechen:

 

Der geplante Pulli wurde wieder aufgeribbelt und neu angefangen. Ich habe einen gestrickten Drachenschwanz angenadelt und ich habe mir ein Filz-Starterset besorgt und meine ersten 2 Filzfiguren gefilzt.

 

Wer meine bisherigen Beiträge verfolgt hat weiß, dass ich eigentlich kein großer Strick-Fan bin. Trotzdem entspannt es mich aktuell deutlich mehr, als das Häkeln. Wahrscheinlich weil ich für den Drachenschwanz ganz stumpf nur rechte Maschen brauche. Auf die Anleitung werde ich sicherlich auch nochmal für eine Rezension zurück kommen, ebenso wie beim neuen Filzbuch.

 

Ganz neu auf der Liste ist auch ein Scoodie, um die neue KnitPro Nadel auszu-probieren.

Und weiter geht’s

Auch wenn mir aktuell alles schwerfällt, möchte ich nicht aufgeben. Ich möchte weitermachen. Vielleicht wird es hier und da mal einen Beitrag geben, der sich dann doch auch mit anderen Themen befasst und die Beiträge kommen vielleicht etwas unregelmäßiger, aber es wird weitergehen. Und mit etwas Glück kommt auch irgendwann die Leichtigkeit wieder zurück.

 

Bis dahin...

...bleibt an der Nadel!

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