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Zeit und Druck

Hobbys sollten Spaß machen und entspannen, einen Ausgleich schaffen. Ich habe im Laufe meines Lebens schon etliche Hobbys gehabt, die wenigsten waren tatsächlich frei von Druck oder Stress.

 

Handarbeiten sind hier eigentlich relativ umgänglich. Die meisten Projekte sind nun mal fertig, wenn sie fertig sind.

 

Wenn man doch zu viel oder zu verbissen arbeitet, erinnern einen die kaputten Finger daran auch mal wieder einen Gang runter zu schalten. Egal ob Stricken oder Häkeln alles braucht nun mal seine Zeit. Selbst beim Nähen sollte man sich nicht hetzen.

Druck

Bloggen bedeutet aber wiederum Druck. Klar, wenn der Blog nur dazu dient die eigenen Anleitung irgendwo zu speichern, wo man sie auch unterwegs finden kann, gibt es keinen Grund sich zu hetzen. Wenn man aber möchte, dass man Follower generiert, Leute hat die regelmäßig mal wieder reinschauen und immer wieder kommen, dann sollte man zusehen, dass man auch regelmäßig mit neuen Inhalten aufwarten kann.

Ansprüche

Ich freue mich auf Follower und arbeite auf den Tag hin an dem es tatsächlich jemanden außer mir juckt, wenn ich mich mal mit einem Beitrag verspäte. Wöchentliche Posts sind hier schon eine ganz schön harte Sache. Wenn man einmal die Woche einen Beitrag veröffentlichen möchte, heißt das ja nicht nur einmal die Woche mal ein paar Zeilen zu schreiben. Anleitungen heißen stundenlanges Häkeln und Anpassen der Texte und am Ende noch die Verfeinerung der Beschreibungen. Für eine neue Anleitung arbeite ich das entsprechende Projekt mindestens 2 mal. Für Rezensionen müssen die entsprechenden Bücher und Anleitungen mindestens gelesen, idealerweise auch nachgearbeitet werden. Und wenn am Ende die Recherche für die jeweiligen Beiträge gemacht ist, wollen auch noch Bilder gemacht und bearbeitet werden.

Zeit

All das geschieht dann noch neben dem eigentlichen Beruf. In meinem Fall heißt das, dass ich in den meisten Fällen nach 6 Stunden plus Fahrtweg von der Arbeit heimkomme, etwas Zeit mit meinem Partner verbringe und in jedem 'handfreien' Moment die Häkel- oder Stricknadeln in der Hand habe. Selbst wenn wir Computerspiele spielen, arbeite ich bei jedem Ladebildschirm an meinen Projekten weiter.

Im Idealfall versuche ich pro Woche 2 Beiträge zu schreiben und dies ja inzwischen auch für 2 Blogs, da ich ja auch noch die englische Seite weiterbringen möchte. Es kann immer mal passieren, dass ich krank werde und nicht schreiben kann, oder dass mal größere Projekte dafür sorgen, dass ich mal nichts anderes vorbereiten kann. Ohne diese Rücklagen wäre ich dann aufgeschmissen. Beiträge wie dieser hier helfen dabei ungemein. Aber ich kann nicht jede Woche über das Bloggen bloggen, sondern möchte abwechslungsreiche Inhalte liefern. Dieser Anspruch führt dazu, dass ich mich automatisch selbst unter Druck setzte.

Warum tue ich mir das an?

Dennoch schafft mir die Arbeit am Blog einen gewissen Ausgleich zum stressigen Alltag auf der Arbeit. Zeitdruck belastet scheinbar nur halb so stark, wenn man ihn freiwillig auf sich nimmt. Klar gibt es Wochen in denen ich schon halbe Panikattacken bekomme, wenn ich feststelle, dass das Projekt doch länger dauert als erwartet, aber trotzdem habe ich das Gefühl am Ende auch etwas geschafft zu haben. Hier bin ich mein eigener Boss. Ich bekomme keine Abmahnung, wenn ich irgendwann doch nicht liefern kann. Im schlimmsten Fall muss ich selbst entscheiden den Druck zu lindern, in dem ich den Intervall zwischen den Beiträgen verlängere.

Davon sind wir glücklicherweise aber noch weit entfernt. Trotzdem kann ich jedem Hobbyisten, egal ob Handarbeiter, Sportler oder was auch immer nur ans Herz legen, dass man sich mit seinen Hobbys nicht kaputt machen sollte. Wenn die Belastung den Nutzen übersteigt, sollte man zusehen, dass man etwas Druck wegnimmt.

 

Dabei spielt es keinen Rolle, ob es wie bei mir der Zeitdruck ist, oder der Druck der eigenen Erwartungen. Ein Hobby sollte Spaß machen, nicht in reine Arbeit ausarten. Dafür werden sie in der Regel ja auch zu schlecht bezahlt. Hieran hat sich durch die Gewerbeanmeldung für mich auch erst mal nichts geändert.

Ich bin gespannt, ob ich es weiterhin schaffen werde wöchentlich zu posten. Mal sehen wie das hier weitergeht.

 

Bis dahin...

...bleibt an der Nadel!

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