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Kostenlos = Billig?

Von der eigenen Qualität zu schreiben kommt mir immer ein bisschen wie Selbstbeweihräucherung vor. Allerdings habe ich inzwischen festgestellt wie wichtig es ist, zumindest einen gewissen Qualitätsstandard zu wahren.

 

Alle Anleitungen, die ich hier veröffentliche sind mindestens einmal genau in der Form gearbeitet worden, in der sie dann auf der Seite zu lesen sind. Für mich ist es wichtig, dass so wenig Fehler wie möglich in einer Anleitung sind und dass die Anleitungen auch für andere verständlich sind.

Feedback ist wichtig

Aus diesem Grund freue ich mich auch über Feedback zu den Anleitungen. Nur so kann ich Fehler ausmerzen und mich selbst verbessern.

 

Klar, statt Stunden darauf zu verwenden die Anleitungen nochmal durchzuarbeiten, könnte ich wahrscheinlich in dieser Zeit doppelt so viele Anleitungen veröffentlichen, aber das würde meinen Ansprüchen dann nicht genügen. Was bringen mir 20 Anleitungen, die so fehlerhaft oder unübersichtlich sind, dass ich sie nach einem Jahr selbst nicht mehr kapiere? Da verwende ich doch lieber etwas mehr Zeit auf die einzelnen Anleitungen und bin dann auch am Ende zufrieden.

Grenzen wahrnehmen

Meine Anleitungen auf der Homepage sind bisher mit nur sehr wenigen Bildern versehen. Das liegt schlicht daran, dass das Anfertigen anständiger Bilder Zeit kostet und die Grenzen meiner Handy-Kamera doch sehr schnell erreicht sind. Ohne anständige Fotoausrüstung ist hier einfach nicht mehr zu machen und dafür fehlen mir aktuell die Mittel. Falls ich doch irgendwann einmal PDFs machen sollte, wird es aber zu jedem Schritt auch anständige Bilder geben. Dadurch, dass ich Anfang September nun auch ein Gewerbe angemeldet habe, verschärfen sich hier meine Ansprüche an mich selbst nur noch.

Muss kostenlos auch billig sein?

Vor einiger Zeit habe ich eine Puppe nach einer kostenlosen Anleitung von CrochetArtDesign gearbeitet, „Amigurumi Puppe mit Spiral Zöpfe“. Ich habe mich aktuell noch nicht entschieden, ob ich hierzu irgendwann eine Rezension machen werde, da diese doch sehr verheerend ausfallen würde. Dass es sich um eine kostenlose Anleitung handelt, war mir zumindest ein kleiner Trost.

Versteht mich nicht falsch, das Ergebnis ist süß und irgendwie klappt es auch, dass die Puppe am Ende ungefähr so aussieht, wie sie soll. Aber die Anleitung ist leider das reinste Chaos. Die Rechtschreibfehler in der Beschreibung sind mir sogar erst im Nachhinein aufgefallen, da ich zu sehr damit beschäftigt war irgend einen Sinn in den vollkommen unübersichtlichen Aufzählungen von Maschen und Reihen zu finden. Bei der Anleitung zur Frisur wurde dann mittendrin einfach nochmal die Anleitung zum Kleid rein kopiert, so dass man gänzlich den Überblick verliert. Ein Fehler, der für gewöhnlich beim Probelesen auffallen sollte.

Die Anleitung ist mit Bildern versehen. Diese sind jedoch nach der schriftlichen Anleitung, in scheinbar beliebiger Reihenfolge, angehängt, wodurch es sehr umständlich ist, diese tatsächlich auch zur Hilfe zu nehmen. Diesen Punkt würde ich aber im Grunde gar nicht bewerten, da es ja eine kostenlose Anleitung war und somit schon mal super, dass überhaupt Bilder dabei waren.

Die Idee und das Produkt sind vollkommen OK. Die Puppe ist super süß, selbst wenn man, wie ich, zum Wohle der Waschbarkeit, auf die modellierten Details verzichtet. Ich finde es einfach schade, dass hier nur der halbe Weg gegangen wurde. Wenn ich mir schon die Mühe mache, die Anleitung auf einer Plattform oder auf einer Homepage anzubieten und das dann auch noch als PDF mit zahlreichen Bilder, dann lese ich doch wenigsten noch einmal drüber, bevor ich es veröffentliche. Der Fehler mit der Dopplung des Kleides hätte hier spätestens auffallen müssen.

Kostenfrei = Werbung

Ich finde es immer schwierig kostenlose Anleitungen negativ zu bewerten, schlicht weil man ja quasi froh sein kann, dass sich jemand überhaupt die Mühe macht das ganze kostenfrei anzubieten. Allerdings denke ich mir auf der anderen Seite, dass solche Fehler in einer kostenlosen Anleitung dann auch nicht unbedingt dazu einladen die kostenpflichtigen Anleitungen zu kaufen. Ich zumindest würde mich fragen, ob bei diesen denn mit mehr Sorgfalt vorgegangen wird.

 

Nun aber genug geschimpft. Der ganze Ärger hat mir immerhin ein paar neue Ideen gebracht und die fertige Puppe ist ja recht süß geworden.

Bis dahin...

...bleibt an der Nadel!

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