· 

Warum ich Stricken nicht mag.

Eigentlich sollte mein erster Beitrag für den Bereich Stricken eine Rezension zu einem Basiswissen Buch aus dem Topp Label des frechverlags sein. Aber da ich ja wenigstens ein paar der dort enthaltenen Anleitungen vorher auch tatsächlich mal durchgearbeitet haben sollte, brachte mich das ganze doch zu dem Entschluss die Rezension um eine weitere Woche zu verschieben und mich stattdessen einmal darüber auszulassen, warum ich Stricken eigentlich nicht mag.

Versteht mich nicht falsch. Ich hasse Stricken nicht und will Stricken auch keinesfalls abwerten. Ich bewundere jeden, der Pullis, Decken, aber auch kleine Sachen strickt. Es ist einfach nicht meins. Stricken ist schon OK und hat auch durchaus Vorteile gegenüber dem Häkeln, wie zum Beispiel den geringeren Verbrauch an Garn. Ich persönlich empfinde Stricken jedoch als eher langweilig, oder viel mehr langwierig. Vielleicht liegt es daran, dass ich noch nicht viele Fertigkeiten erlernt habe und hauptsächlich bisher Sachen gestrickt habe, die in Reihen gearbeitet werden und wenig Spiel für Kreativität lassen.

Meine 3 Kontras

Mein erstes Problem mit dem Stricken ist, dass ich Maschenproben absolut verabscheue. Ich komme immer mit dem Zählen durcheinander und am Ende ist doch wieder alles falsch. Das ist generell (auch beim Häkeln) der Grund warum ich für gewöhnlich keine Arbeiten mache, die Größen abhängig sind. Irgendwie geht es mir vollkommen ab, erst mal etwa 12x12 cm zu Stricken, hier dann Reihen und Maschen abzuzählen um dann zu errechnen wie viele Maschen ich anschlagen muss. Ich denke dafür bin ich dann doch zu faul.

Der zweite Grund, aus dem Stricken nie mein Lieblingsfach sein wird, ist, dass es mich unglaublich müde macht. Reihe hin, Reihe zurück, wieder Reihe hin.. oh verdammt, jetzt hab ich die Zunahmen vergessen. Beim Häkeln habe ich relativ schnell das Gefühl etwas zu schaffen. Beim Stricken dauert es gefühlt eine Ewigkeit, bevor ich überhaupt erahnen kann wie das Endprodukt aussehen wird.

Mein drittes Problem (und damit das letzte, das ich hier anführen werde) ist die Komplexität. Ich bin Praktiker. Ich mag Dinge die im Grunde simpel sind, aus denen man aber komplexe Dinge erschaffen kann. Häkeln ist in der Basis simpel, zumindest soweit, wie ich es für gewöhnlich für meine Plüschies brauche. Wenn man einmal das Grundprinzip verstanden hat, braucht man keine Tabellen mehr. Im Zweifel einmal anhalten, ob es passen wird und gut is'.

Vielleicht mache ich es auch einfach falsch ;)

Klar auch hier gibt es viele verschiedene Maschenarten, Muster und Techniken, aber selbst diese basieren in ihrem Kern alle auf dem gleichen Prinzip. Beim Stricken habe ich nicht dieses Gefühl. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich erst bei meinem ersten Pulli mit Raglanschräge gemerkt habe, dass ich die rechten Maschen falsch gestrickt habe. So etwas kann mich selbst im Nachhinein noch frustrieren.

Gut 2 Jahre war mir nicht aufgefallen, dass ich keine rechten Maschen, sondern rechts verschränkte Maschen gehäkelt habe. Ich habe schlicht aus der falschen Richtung in die Masche eingestochen. Ich stricke jetzt seit über zwei Jahren immer mal wieder und jedes Mal, wenn ich ein neues Projekt anfange, muss ich erst mal nachsehen wie das mit den rechten und linken Maschen nochmal war und was die Musterbezeichnung nun wieder in der Praxis bedeutet, oder ob ich die Randmaschen nun rechts, links oder gar nicht stricken soll. Die Produkte die am Ende raus kommen sind toll, aber der Weg dahin kostet mich jedes Mal wieder Überwindung.

Und trotzdem setze ich mich immer mal wieder an die Stricknadeln. Für größere Projekte und Kleidung finde ich Stricken meistens etwas praktischer, da ich hier dann nicht ganz so viel Garn brauche. Außerdem finde ich, dass Stricken für Kleidung einfach eine schöne Struktur hat. In meinem Fall, ist hier dann halt nicht der Weg das Ziel. Ich beneide jeden, der Strickmuster und -anleitungen aus dem Effeff zaubern kann.

Nächste Woche gibt es also trotzdem die Rezension zu „basiswissen Stricken“ aus dem Topp Label.

 

Bis dahin...

… bleibt an der Nadel!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0